Sigrid Undset
Sigrid Undset wurde 1882 im dänischen Kalundborg als Tochter norwegischer Eltern geboren und wuchs in Kristiania, dem heutigen Oslo, auf. Ihr Vater war Archäologe; seine Arbeit und sein früher Tod prägten Undsets Interesse an Geschichte. Nach der Schule verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Büroangestellte und begann nebenbei zu schreiben. Mit ihrem Debüt Fru Marta Oulie machte sie 1907 auf sich aufmerksam. In ihren frühen Büchern schilderte sie das Leben moderner Frauen mit nüchternem Blick auf Liebe, Ehe und gesellschaftliche Erwartungen. Später wandte sie sich besonders der norwegischen Vergangenheit zu. 1928 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur. Während der deutschen Besetzung Norwegens floh sie 1940 in die Vereinigten Staaten; nach dem Krieg kehrte sie in ihre Heimat zurück.
Zu Undsets bekanntesten Werken gehören Kristin Lavransdatter und Olav Audunssøn. In diesen großen Erzählungen verbindet sie intensive persönliche Konflikte mit genauer Kenntnis von Alltag, Glauben und sozialen Bindungen. Dabei interessiert sie sich für die Folgen menschlicher Entscheidungen ebenso wie für die Kräfte, die Menschen an Familie und Gemeinschaft binden. Ihre Prosa ist anschaulich und unaufgeregt; sie lässt Figuren durch Gespräche, Handlungen und innere Zweifel lebendig werden, statt sie zu idealisieren. Auch ihre späteren Bücher spiegeln ihre Hinwendung zum katholischen Glauben, ohne die psychologische Aufmerksamkeit ihrer frühen Werke aufzugeben. Wer Undsets Schreiben kennenlernen möchte, findet in der App unterschiedliche Zugänge: die Welt ihrer historischen Romane ebenso wie die moderne Lebenswirklichkeit, mit der sie ihre literarische Laufbahn begann.
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