Pliny the Elder
Plinius der Ältere, mit vollem Namen Gaius Plinius Secundus, wurde 23 oder 24 n. Chr. in Norditalien geboren und starb 79 beim Ausbruch des Vesuvs. Er lebte im römischen Kaiserreich und verband eine Laufbahn im Staatsdienst mit einer außergewöhnlichen Leidenschaft für das Sammeln und Ordnen von Wissen. Als Offizier und Verwaltungsbeamter kam er weit herum; zugleich las und exzerpierte er nach eigener Darstellung unablässig. Sein Neffe Plinius der Jüngere überlieferte später Einzelheiten zu diesem Arbeitsalltag und zum Tod seines Onkels. Plinius’ Schriften standen in einer gelehrten Tradition, die griechische Forschung aufnahm und für ein lateinisch lesendes Publikum erschloss.
Von seinem umfangreichen Werk ist vor allem die Naturalis historia, die „Naturkunde“, vollständig erhalten. In 37 Büchern behandelt sie unter anderem Kosmos, Geografie, Tiere, Pflanzen, Medizin, Mineralien und Kunst. Plinius ordnet Beobachtungen und Berichte aus zahlreichen älteren Quellen zu einem großen Wissenspanorama; dabei wechseln sachliche Zusammenfassungen mit überraschenden Einzelheiten und deutlichen Urteilen über menschliche Gewohnheiten. Die Bella Germaniae und weitere historische Schriften sind nur durch Fragmente oder Erwähnungen bekannt. Die Naturalis historia wurde über viele Jahrhunderte als Nachschlagewerk genutzt und ist heute zugleich ein aufschlussreicher Blick darauf, was die Römer über die Welt wissen wollten. Wer die Titel hier erkundet, begegnet einem Autor, der Wissen nicht in enge Fachgebiete trennte, sondern die Natur und menschliche Kunstfertigkeit gemeinsam betrachtete.
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