Jorge Luis Borges
Jorge Luis Borges wurde 1899 in Buenos Aires geboren und wuchs in einer mehrsprachigen Familie auf: Zu Hause las er unter anderem auf Spanisch und Englisch. Während des Ersten Weltkriegs lebte er mit seiner Familie in Genf; später hielt er sich in Spanien auf, bevor er 1921 nach Argentinien zurückkehrte. Die Begegnung mit europäischen Avantgarden verband sich in seinem Werk mit seiner Beschäftigung mit der Literatur und Geschichte seiner Heimat. In Buenos Aires schrieb er für Zeitschriften und arbeitete lange in Bibliotheken. 1955 erblindete er nahezu vollständig; das hielt ihn nicht vom Schreiben und Vortragen ab. Borges’ Texte sind oft kurz, aber gedanklich weit gespannt: Sie laden dazu ein, vertraute Vorstellungen von Wirklichkeit, Wissen und Erzählung neu zu prüfen.
Wer Borges kennenlernen möchte, findet in Fiktionen, Das Aleph und Eine Universalgeschichte der Niedertracht gute Ausgangspunkte. Immer wieder führt er in Bibliotheken und Labyrinthe, zu Spiegeln und Doppelgängern, zu unendlicher Zeit, Erinnerung und der Frage, wer eine Geschichte eigentlich erzählt. Seine präzise, zurückhaltende Prosa verbindet erfundene Bücher, gelehrte Anspielungen und scheinbar sachliche Erörterungen, sodass Fiktion und Essay einander überraschend nahekommen. Borges prägte die Literatur des 20. Jahrhunderts weit über Lateinamerika hinaus und beeinflusste zahlreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Seine Geschichten belohnen langsames Hören: Ein einzelnes Bild oder ein Gedanke kann noch lange nach dem Ende nachhallen. Stöbern Sie in der Auswahl der App und beginnen Sie dort, wo Sie ein Titel besonders anspricht.
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